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30.05.2017

Deutsche Autofahrer melden immer mehr Unfälle aus dem Ausland

2016 Zunahme um mehr als 9 Prozent. Unfälle in Italien erneut an der Spitze. Ferienmonate am gefährlichsten. Tipps für den Ernstfall.

Im dritten Jahr in Folge ist 2016 die Zahl der aus dem Ausland gemeldeten Unfälle beim Zentralruf der Autoversicherer gestiegen. „Der Anstieg war mit 9,1 Prozent sogar deutlich höher als in den Vorjahren“, erklärte Dr. Jens Bartenwerfer, Geschäftsführer der GDV Dienstleistungs-GmbH (GDV DL), die in Hamburg den Zentralruf der Autoversicherer betreut, bei der heutigen Vorstellung der Zahlen. „Den Urlaubern, die in den nächsten Monaten mit dem Auto ins Ausland reisen, raten wir angesichts dieser Entwicklung dringend, sich auf einen eventuellen Unfall ausreichend vorzubereiten.“

Insgesamt gingen im letzten Jahr in Hamburg 32.384 Meldungen zu Auslands-Unfällen in Deutschland zugelassener Autos mit Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen ein. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 29.683 gemeldeten Unfällen. Auch 2016 führt Italien, wie bereits seit 2014, diese Statistik an: mehr als jeder sechste Unfall – insgesamt 5.519 Unfälle – wurde von dort gemeldet; das entspricht einer Zunahme von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Frankreich, lange Zeit selbst an der Spitze, folgt mit 5.050 Unfallmeldungen in etwa auf dem Vorjahresniveau.

„Es sind vor allem nahe gelegene ausländische Reiseziele, die weiterhin die meisten  Schadensmeldungen ausweisen“, erläuterte der Geschäftsführer der GDV DL. Den beiden „Spitzenreitern“ folgen die vergleichsweise kleinen Niederlande, die mit 4.184 Unfällen einen Anstieg um 6,4 Prozent gegenüber 2015 zu verzeichnen haben. Österreich hat noch deutlicher zugelegt: 3.534 Unfälle bedeuten einen Anstieg um 15,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit deutlichem Abstand folgt Polen, wo die Unfallmeldungen auf 2.576 (plus 14,9 Prozent) stiegen. An sechster Position der Statistik folgt Belgien relativ stabil mit 1.528 Unfällen (minus 0,7 Prozent). Auf diese sechs Länder entfallen somit mehr als zwei Drittel (69,1 Prozent) aller gemeldeten Auslandsunfälle.

Neben Belgien gab es in der Spitzengruppe lediglich noch in Großbritannien einen Rückgang der Meldungen um 1,4 Prozent (923 Unfälle). Bei den Zuwächsen ragen noch Spanien mit einem Plus von 23,9 Prozent (1.398 Unfälle) sowie die Schweiz mit 1.121 Unfallmeldungen (plus 21,2 Prozent) heraus.

„Die Sommerferien-Monate sind besonders unfallträchtig“, erläuterte Bartenwerfer. „Das gilt vor allem für den August mit 5.405 und den September mit 4.268 gemeldeten Unfällen. Im August 2016 wurden uns im Schnitt täglich 180 Unfälle aus dem Ausland gemeldet.“ Die Reisesaison macht mit 15.755 Unfallmeldungen von Juni bis einschließlich September fast die Hälfte (48,7 Prozent) der Bilanz des Gesamtjahres 2016 aus. In den besonders unfallträchtigen Ländern Italien und Frankreich liegt dieser Anteil noch höher: Beim französischen Nachbarn entfallen 49,5 Prozent der Unfallmeldungen auf diese Sommerferien-Monate, auf den italienischen Straßen sind es sogar 57,1 Prozent.

"Angesichts dieser Zahlen haben wir die dringende Empfehlung an alle Autofahrer: Stellen Sie rechtzeitig vor der Urlaubsreise alle Unterlagen griffbereit zusammen, die Sie für den Fall des Falles benötigen", betonte der Geschäftsführer der GDV DL. Ins Reisegepäck gehören nach seinen Worten  unbedingt der Europäische Unfallbericht, die Nummer des Zentralrufs der Autoversicherer 0800 250 260 0 (aus dem Ausland +49 40 300 330 300) sowie die Grüne Karte. „Wichtig ist es natürlich ebenfalls, die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 präsent oder noch besser gespeichert zu haben“, so Bartenwerfer abschließend.

Die wichtigsten Tipps rund um den Sommerurlaub mit dem Auto auf einen Blick:

Der Europäische Unfallbericht erleichtert die Unfall-Protokollierung: Die inhaltlich und grafisch standardisierte Form vereinfacht die Aufnahme eines Unfalls im In- und Ausland. Das Formular ist als Durchschreibesatz bei jeder Kfz-Versicherung bestellbar.

Erläuterungen und fremdsprachige Ausfüllhilfen zum Europäischen Unfallbericht: Unter der Adresse www.gdv-dl.de/dienstleistungen/ europaeischer-unfallbericht/ kann der Europäische Unfallbericht mit einer erläuternden Broschüre angefordert werden. Die Broschüre enthält Ausfüllhilfen in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch und Russisch.

Zentralruf hilft auch im Ausland: Der Zentralruf der Autoversicherer hilft nicht nur in Deutschland unter der Telefon-Nummer 0800 250 260 0, sondern auch bei Unfällen im europäischen Ausland schnell und zuverlässig weiter. Aus dem Ausland ist der Zentralruf unter der Rufnummer +49 40 300 330 300 montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr erreichbar. Die Online-Auskunft www.gdv-dl.de/dienstleistungen/zentralruf-der-autoversicherer/online-auskunft/ des Zentralrufs der Autoversicherer kann auch bei Unfällen im Ausland genutzt werden.

Zentralruf ermittelt Schadenregulierungsbeauftragte für ausländische Versicherungen: In jedem EU-Land gibt es für jede Versicherung einen Ansprechpartner, den so genannten Schadenregulierungsbeauftragten. Kennt der Geschädigte die gegnerische Versicherung nicht, wird diese von einer Auskunftsstelle ermittelt. In Deutschland ist das der Zentralruf der Autoversicherer in Hamburg: er benennt die jeweilige Versicherung und deren Ansprechpartner in Deutschland. Dieser Service erfolgt nicht nur für Länder der EU, auch die Schweiz sowie alle Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) – Island, Lichtenstein und Norwegen – sind dabei eingeschlossen. Zu erreichen ist der Zentralruf der Autoversicherer innerhalb Deutschlands gebührenfrei unter der Rufnummer 0800 250 260 0 oder unter mobile.zentralruf.de.

Grüne Karte ist nach wie vor sinnvoll: Sie ist zwar in der EU nicht mehr vorgeschrieben, eine Mitnahme ist jedoch sinnvoll. Verlangt wird sie bei Fahrten in folgende Länder: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Israel, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Russland, Serbien, Türkei, Tunesien, Ukraine und Weißrussland. Der Fahrzeughalter erhält sie bei seiner Autoversicherung.


Link zur Infografik "Schadensmeldungen aus dem Ausland":
www.gdv-dl.de/presse/grafiken/

Kostenloses Bildmaterial:
Link zum digitalen Bildmaterial zu Auslandsunfällen www.gdv-dl.de/presse/bildservice/

Service der deutschen Autoversicherer
Seit 1996 bietet die GDV Dienstleistungs-GmbH (GDV DL) den Autofahrern in Deutschland einen umfangreichen Service. Im Auftrag der Autoversicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) organisiert die GDV DL den Zentralruf der Autoversicherer und betreut die Autobahn-Notrufsäulen sowie den Unfallmeldedienst (UMD). Die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) sowie das Typklassenverzeichnis sind weitere bewährte Services der GDV DL.

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Birgit Luge-Ehrhardt
Leitung Unternehmenskommunikation
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